Spielplan-Pressegespräch 2026/27
TRANSFORMATION
- Theater Drachengasse
- 21. September 2026 um 18 Uhr
Bei freiem Eintritt.
Wir bitten um rechtzeitige Reservierung unter tickets.drachengasse.at.
TRANSFORMATION
In Zeiten von Endzeiten, Umbrüchen und Polykrise tritt Transformation, je nach attestiertem Transformationsbedarf mit entsprechenden Attributen versehen (grün, nachhaltig, gesellschaftlich, digital), an die Stelle verblasster Schlagwörter wie „Wandel“, „Veränderung“ oder „Reform“.
Anders als eine gewaltsame Revolution verspricht Transformation – besonders in Kombination mit dem nicht minder gern gebrauchten Begriff "-prozess" – Kontrollierbarkeit und Tempo und sticht damit den gemächlich fließenden Übergang aus.
Vom Transformierten, so die Hoffnung, werde sich so viel in die Zukunft hinüber transformieren lassen, dass es bei allem erforderlichen Tempo schon ohne allzu schmerzhafte Eingriffe und Verluste abgeht. Dass dies keineswegs so ist, haben bisherige Transformationen gezeigt. Und das wird auch gespürt und instrumentalisiert.
Während die Transformation existenzielle Zukunfts- und materielle Verlustängste gleichermaßen stillen soll, ruft sie diese erst recht wieder hervor. Was die einen transformieren wollen, erklären die anderen postwendend zum gefährdeten (Pseudo-)Besitz der von Transformation Gefährdeten. Die sich aufschaukelnde Polarisierung erschwert das langwierige Ausverhandeln von Kompromissen, schnellere Wege der Entscheidungsfindung werden als Alternative verkauft.
Teilhabe reduziert sich auf Teilnahme (als Zuschauer:in oder Akteur:in) an konzertierten Wutentladungen, kulturkämpferischem Schattenboxen oder im Rückgriff auf Identitätsangebote, die aus altbekannten Versatzstücken krude zusammengepantscht werden.
Beschreibt Transformation den Versuch, dem Zusammenbruch schnellstmöglich noch einen Haken zu schlagen? Die Hoffnung auf einen möglichst schmerzlosen und verlustfreien Ausweg, der angesichts einer krisenhaften Gegenwart schneller vonstattengeht als ein Übergang? Oder bietet sie die Gelegenheit zur Teilhabe einstiger Zuschauer:innen als zukünftige Akteur:innen?
Die Produktionen dieser Spielzeit erzählen von Menschen, die in einem sich rapide verändernden Lebensumfeld ihren Weg finden müssen. Die Frage nach Selbstwirksamkeit und Gestaltungsspielräumen mit Blick auf eine ungewisse Zukunft zieht sich als roter Faden durch unser Programm.
Wir setzen auch einen Schwerpunkt zum Thema Arbeitsmigration aus der Perspektive der zweiten und dritten Generation: Sleeping Beauty – ausgezeichnet mit dem Jurypreis des Nachwuchswettbewerbs 2026 – stellt die Frage, wer sich ausruhen darf, ohne als faul zu gelten, im vorbeigehen/u prolazu erzählt von Heimat, Entwurzelung und einem Land, das nur noch in Erinnerungen existiert.
18:00 Uhr: Spielplan-Pressegespräch im Theater Drachengasse mit den Künstler:innen
20:00 Uhr: Premiere DIE DÜNTZER RHAPSODIE im Theater Drachengasse