F*ING HOT!

Ein heißes Stück Frau
von und mit Grischka Voss
Uraufführung
Eigenproduktion
Theater Drachengasse

16. Jänner – 4. Februar 2023
Di-Sa um 20 Uhr

Derzeit sind alle Vorstellungen ausverkauft.
Es wird voraussichtlich im Herbst eine Wiederaufnahme geben. Um rechtzeitig informiert zu sein, nutzen Sie bitte unseren Newsletter.

Der Wechsel ist genau wie die Pubertät, man schwitzt, kriegt Haare an Stellen, wo vorher keine waren, wird moppelig, stellt sich komplett in Frage, mit dem Ergebnis, dass man danach eine tolle Frau ist!

Amanda versteht die Welt nicht mehr. Warum wird das Klimakterium gleichgesetzt mit Leid, Verwesung und Verdammnis? Wieso soll einen die Menopause entweiblichen oder entsexualisieren?
Mit voller Wucht und Wortwitz attackiert die fünfzigjährige Lebens-Kamikazin Amanda das Stigma "Frau im Wechsel", zerrt es aus dem Verdrängungsjenseits, um es zu zerschmettern und endlich die grandiosen Vorteile dieser weiblichen Umbruchsphase zu beleuchten.

Sie nimmt uns mit auf eine wilde Forschungsreise durch sämtliche Wechselgebiete, und empört sich, dass die wenigsten Frauen überhaupt wissen, was Klimakterium genau bedeutet. Sie ärgert sich über die mangelnde Frauengesundheitsforschung in diesem Bereich, und sie fragt sich, wieso es heute ein Skandal ist, wenn man so alt aussieht wie man ist und sich Frauen im Klimakterium plötzlich "unfuckable" fühlen.

Mit heißen Fakten, schrägem Humor und frechen Songs soll F*ing Hot! Frauen dazu ermutigen, das Klimakterium und sich selbst mit einem neuen Blick zu sehen, einem weiblichen, positiven. Amanda sieht in den Wechseljahren mehr Lust, mehr Erfahrung, mehr Wissen, mehr Können, mehr Freiheit. Für sie sind Frauen im Klimakterium Heldinnen!

HÖRBEISPIEL

Regie: Kristina Bangert, Grischka Voss
Bühne, Kostüme: Ágnes Hamvas
Musik: Lonesome Andi Haller
Choreografie: Peter Beil
Regieassistenz: Antonia Luka Gottwald
Es spielt: Grischka Voss

Dauer: 90 min.

Rechte bei Grischka Voss

Am 17. Jänner um 22:00 Uhr laden wir zur Wechselweise-Nacht ein mit Podiumsdiskussion und Open Mic. Alle Infos hier: Wechselweise-Nacht

GRISCHKA VOSS SOLO - furios und informativ
Ein ewiges Tabuthema, exzellent gespielt und betörend unkorrekt auf die Bühne gehoben

Ob er dort nicht fehl am Platz sei, will der gewissenhafte "Krone" - Kritiker vor dem Theaterbesuch von einer großen österreichischen Schriftstellerin wissen. Die Antwort: "Geh hin, kannst du was lernen." Wohlan: Im Theater Drachengasse zeigen die Schauspielerin Grischka Voss und ihre Co-Regisseurin Kristina Bangert ein ebenso furioses wie informatives Solo zu den weiblichen Wechseljahren. Ein Prachtgebilde aus Clownerie, Performance, exzessiver Pantomime und rüdem, aber rasierklingenscharf virtuosem Spruch. Excellent, betörend unkorrekt und erstklassig vorgebucht!

Kronenzeitung, 17.1.2023


Menopausenstück von Grischka Voss: Sisyphusarbeit mit Busen und Po

"F*ing hot!" liegt in der Drachengasse an einer Umdeutung. Menopause bedeutet auch viel Lust, Sex ohne Verhüten und dass einer egal ist, was andere denken

Bei Grischka Voss ist Menopause angesagt. Sie vergräbt ihr Gesicht unter Rasierschaumwürsten, wringt von den Hitzewallungen durchnässte Kleider in einen Kübel, klopft sich auf den Schoß, dass es weiß aufstiebt: "staubtrocken". Ihre Freundin – sie ist bisexuell – hat sie verlassen, weil sie die Menopausale nicht mehr ertragen hat. Wobei das mit der Menopause nicht so simpel ist, es gibt darin mehrere Phasen, wie man in F*ing hot! lernt. Der Abend ist quasi eine Menopausologie. Oh menno, Menopause!

I wo! Ja, Menopause nervt, aber Voss liegt an einer Umdeutung. Menopause bedeutet schließlich auch viel Lust, Sex ohne Verhüten, dass einer allmählich egal ist, was die anderen denken, und sie sich traut, zu sein, wie sie ist. Im Theater Drachengasse steht deshalb die Bühne (Ágnes Hamvas) im Saft, Gras sprießt an Boden und Wänden. Hier rotiert Voss 90 Minuten (Regie: Kristina Bangert und Voss).

"Rache der alten Penisse"

In dem von ihr selbst verfassten Stück berührt Voss (53) Kulturanthropologie, Medizin, Sexualität, Schönheitsideale. Eine Therapie gegen Inkontinenz: schon absolviert. Jetzt zieht sie sich das Gesicht straff, versucht, Sisyphos gleich, Busen und Hintern nach oben zu bugsieren. Sie singt und erzählt von frühen matriarchalen Gesellschaften, in denen Frauen Ackerbau betrieben und ihr Gut in weiblicher Linie weitervererbten. Das habe den Männern nicht gepasst, Patriarchat sei die "Rache der alten Penisse".

Mit Körperkomik und Witz geht Voss sehr sympathisch Klischees, Tabus und Unangenehmes (Vaginalakne) durch. Wenn sie sich Stoffwürste aus dem Jogginganzug zieht, mit denen sie sich Bauch und Hintern gepolstert hat, wird die so emphatische Feministinnenfigur zur etwas schwierigen Karikatur. "Was kommt nach der letzten Menstruation? Eine tolle Frau!" Und ein toller Abend.

Der Standard, 19.1.2023

Virtuoser Tabubruch

Eine Frau mit Nickelbrille und hochgesteckten Haaren betritt breitbeinig im blauen, mit allerlei Stoffwürsten ausgestopften Trainingsanzug die leere Bühne. Ihr ausdrucksstarkes Mienenspiel changiert zwischen Resignation, einer gewissen Verschmitztheit, aber auch Überlegenheit. So als wolle sie sagen: „Ich zeig's euch jetzt." Damit beginnt Grischka Voss ihr jüngstes Stück „Fing hot" im Theater in der Drachengasse. In dichten eineinhalb Stunden verhandelt sie darin ein Thema, über das viele nicht einmal sprechen wollen: das Klimakterium. Man kann es ihr nicht hoch genug anrechnen, dass sie dieses wichtige Thema auf die Bühne bringt. Noch besser aber ist, wie sie das macht.
Wie bei allen ihren Aufführungen macht sie alles selbst, schreibt den Text, spielt und inszeniert. Bei dieser Produktion führt sie gemeinsam mit Kristina Bangert Regie. Was für eine Schauspielerin! Die Präzision, mit der sie jeden Satz formuliert, verbunden mit Wortdeutlichkeit sucht man an den großen Häusern meist vergeblich. Wenn sie spricht, wird Sprache zur Musik. Wie in einer Komposition schiebt sie in den Duktus ihres Monologs immer wieder das Wort „genau“ ein. Wer Grischka Voss' Vater, den unsterblichen Gert Voss, auf der Bühne erlebt hat, wird bei manchen Gesten seiner Tochter an ihn erinnert. Grischka Voss spielt sich jedoch nicht selbst. Sie zeigt eine Lesbe, die nicht nur unter den Auswirkungen ihrer Wechseljahre leidet, sondern auch am Scheitern ihrer Beziehung. Ihre ältere Partnerin hat sie verlassen, weil sie es nicht ertragen konnte, noch einmal die Wechselbeschwerden mitleben zu müssen. Viel länger noch könnte man dem Solo zuhören. Grischka Voss hält die Balance zwischen Ernst und Humor, erzählt Witze zum heiklen Thema mit einer Art Selbstironie, die einen staunen lässt.

Am besten überzeugt man sich von dem virtuosen Voss'schen Tabubruch selbst. Und wer meint, das Stück sei ausschließlich für ein weibliches Publikum, irrt. Männer und Frauen können nur davon profitieren, wenn sie gleichsam schauspielerisch lernen, was Frauen in einem gewissen Alter ertragen müssen.

NEWS, 3/2023

Ein Trip durch die Menopause

Grischka Voss rasiert sich das Gesicht, wringt ihre tropfnasse Joggingjacke über einem Kübel aus und tastet die Hautstellen ab, die zu hängen beginnen: "Ist was?", fragt die Schauspielerin das Publikum latent aggressiv. "Ich bin im Wechsel!"

Beim Googeln wird der Begriff Klimakterium unter anderem als "eine gefährliche Epoche" definiert. Voss hat einen Theaterabend über die Zeit des hormonellen Umbruchs gemacht. "F*ing hot" handelt von einer Frau, die von ihrer Freundin, einer Gynäkologin, verlassen wurde. Trennungsgrund: Wechseljahre. Diese sind so einschneidend wie die Zeit der Pubertät, kommen in Kunst und Kultur aber kaum vor. Auf Kunstrasen erzählt Voss, die sich Hüften, Hintern und Bauch ausgestopft hat, überspitzt und überdreht von der staubtrockenen Vagina, den Schweißausbrüchen, dem Tränenerguss und der Wut. Sie zählt aber auch die Vorteile des Alterns auf: "dass diese endlose Grapscherei endlich aufgehört hat" etwa und dass ihr jetzt egal ist, ob sie gemocht wird.

Etwas redundant gerät das Theatersolo, dem ein paar Kürzungen gutgetan hätten. Voss gelingt insgesamt aber eine unterhaltsame, mutige und informative Performance, die uneitel mit den vielen Klischees über die "Furie im Wechsel" bricht - Masturbationsszene inklusive.

FALTER 04/23


Bluten, schwitzen und weinen

Grischka Voss lädt in ihrem zweiten Soloprogramm zur Expedition durch die Wildnis der weiblichen Wechseljahre.

WIEN. Es ist keine zarte, anmutige Elfe, die mit festen Schritten die kleine Bühne des ausverkauften Theater Drachengasse betritt.

Amanda, so heißt sie, ist fahrig, ungeschminkt und unfrisiert, exorbitant schlecht gekleidet und hat sowohl Haare als auch Kilos an allen sogenannten „falschen" Stellen. Amanda ist grantig und weinerlich - und sie schwitzt. Mein Gott, wie ist ihr heiß. Amanda ist im Wechsel. Das alles und noch viel mehr erfährt das Publikum, denn Amanda nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Laut und lästig und mit der nervigsten Diktion, die man sich vorstellen kann, erzählt sie von der Tragödie, die ihr Leben ist – denn bei ihr herrscht das Klimakterium.

„F*ing hot!" ist Grischka Voss zweites Soloprogramm, das inoffizielle Sequel zu ihrer erfolgreichen Performance „Bulletproof", in der sie sich das Tabuthema „Frauen über 40 haben auch gerne Sex" vornahm. Diesmal geht es einen Schritt weiter - der Sexualtrieb ist weiterhin stark, aber der Körper will nicht immer mitmachen, und die potenziellen Sexualpartnerinnen und -partner schon gar nicht. Und so erzählt sie in 90 anstrengenden, aber oft lustigen und nie langweiligen Minuten von den Wechseljahren.

Der Zeit, in der man als Frau vom Rand fällt, weil man nicht mehr funktioniert, keine „richtige Frau" mehr ist, die Kinder produzieren kann, sich fühlt wie „das Loch zwischen Kellner und -innen". Und man blutet, schwitzt und weint, ohne Plan, Maß oder Ziel. Es ist eine lehrreiche Tour de Force, vollgepackt mit medizinischen Fakten, die auch deshalb so wehtut, weil man sich bewusst wird, wie wenig man über den eigenen Körper weiß.

Voss ist ein „Theatertier", ihre Eltern waren die Dramaturgin Ursula und der Schauspieler Gert Voss. Das merkt man, Eitelkeit auf der Bühne ist ihr völlig fremd, und das ist gut so. Sie traut sich hier viel, ihre Amanda ist keine, die man trotz ihrer unguten Art trotzdem mag. Voss spielt nicht mit Mitleid und schon gar nicht mit Klischees. Sie kann es sich auch nicht leisten, ihre Figur mit Anspielungen zu skizzieren oder auf Bekanntes zurückzugreifen - das Publikum ist mit dem Archetyp der Frau im Wechsel, abseits von dummen Klischees, schlicht nicht vertraut. Woher denn auch?

Hier muss alles ausgesprochen und erklärt werden, und das ist oft nicht einfach zu ertragen. Bei der Premiere am Montag kam es zu einem unerwartet zärtlichen Moment: Beim finalen Song verlor die großartige Chanteuse vor lauter Nervosität den Faden, schlüpfte kurz aus der Rolle, kleinlaut fragend: „Darf ich noch mal? Ich bin doch im Wechsel!" Allein dafür gab's Szenenapplaus, der nach dem Stück minutenlang fortgesetzt wurde. Trotz mancher Holprigkeiten ist "F*ing hot" ein bewegendes, wichtiges und inspirierendes Erlebnis, nicht nur für schwitzende Frauen.

Salzburger Nachrichten, 18.1.2023


Voll Witz und Energie ein Tabu spielerisch zertrümmert

Grischka Voss spielt, tanzt, singt, springt, schreit und erklärt, warum der herr-schende Umgang mit den „Wechseljahren“ so falsch ist.

Eineinhalb Stunden volle Power. Grischka Voss springt, läuft, tanzt, singt, schreit, erklärt, „schwitzt“, „entfettet“, rockt schlicht und ergreifend die trapezförmige Bühne zwischen den beiden schräg angeordneten Publikumsreihen im größeren Saal des Theaters Drachengasse in der Wiener Innenstadt. Und straft damit all jene Vorurteile Lügen, die sie in ihrem Stück „F*cking hot!“ anführt und auseinandernimmt, nein zertrümmert – mit Argumenten, vor allem aber mit ihrem fulminanten energiegeladenen Spiel(witz) auf den beiden Bühnenhälften – die eine Spiegelfläche am Boden und der angrenzenden Wand, die andere Kunstrasen ebenfalls horizontal und vertikal (Bühne, Kostüme: Ágnes Hamvas).

Tabuthema

Es geht um die Frau in den „Wechseljahren“, die vielfach nicht mehr so richtig als Frau wahrgenommen wird. Statt alter, weiser Frau eher „nicht mehr funktionstüchtig“, weil „nicht mehr gebärfähig“. Die Protagonistin namens Amanda – den schriftlichen Infos zufolge, im Stück aber nie genannt – startet mit einer Krise. Weil sie sich nun in den Wechseljahren befinde, habe ihre Lebenspartnerin Gerda sie verlassen, dabei ist diese eine Gynäkologin.

Aber der Lebensabschnitt von Frauen in der Phase von Klimakterium, Menopause, also den Wechseljahren, sei zu einem Tabu geworden, werde auch wissenschaftlich kaum erforscht – wofür die Schauspielerin irgendwann mit einem durchsichtigen Sparschwein eine Crowdfunding-Kampagne startet.

Trotz vieler Informationen, Ansprechen und Widerlegen von gängigen Klischees ist der Abend nicht nur von unheimlicher Spielfreude und Energie gekennzeichnet, sondern von sehr viele Humor und Witz (Regie: Grischka Voss selbst gemeinsam mit Kristina Bangert, Choreografie: Peter Beil, Musik: Lonesome Andi Haller).

Graphic Novel von einer Zuschauerin

Den Hintergrundinfos zum Stück ist zu entnehmen, dass Grischka Voss in der Recherchephase viele Gespräche mit Frauen – zwischen 37 und 78 Jahren – „über ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema Klimakterium, weiblicher Körper, Frausein und Sexualität. Ausnahmslos beschrieben meine Gesprächspartnerinnen ein Gefühl der Unsichtbarkeit, der Scham und der Geschlechtslosigkeit/Asexualität, als hätte man ihnen mit dem Ende der Menstruation und der Fruchtbarkeit das Frau-Sein genommen und damit einen Teil ihrer Daseinsberechtigung“.

Im übrigen gesteht sie, dass der Ausgangspunkt für dieses Stück eine Zuschauerin nach einem früheren ihrer Stücke in der Drachengasse gewesen sei, „die mir … nach einer Vorstellung von „Bulletprof“ eine Graphic Novel schenkte, mit der Bitte, ich solle als nächstes ein Stück über das Klimakterium machen, das sei ein noch viel größeres Tabu. Ich – damals 51 – dachte mir aha und legte „Francine und die total heiße Phase“ auf den Stapel für zu lesende Bücher…“

Das tat sie in der Zwischenzeit, recherchierte viel – neben Gesprächen auch viel Lektüre, stieß dabei u.a. auf Berichte über die Insel Orango vor Guinea-Bissau (Westafrika), wo Frauen das Sagen haben und baute daraus das ernsthafte und doch so witzig-explosive Stück, mit dem sie zeigt: Nix da Ausgedinge, altes Eisen, sondern heiße Fegerin! Die Wechseljahre seien vergleichbar mit der Pubertät: Körperliche Veränderungen, die für viel Unsicherheit sorgen.

Zum stimmungsvollen Abschluss singt Grischka Voss eine Hymne auf Okinka Pampa (von 1910 bis 1930 die letzte Königin der Insel Orango – laut einem Spiegelbericht wurde sie „Königin des Friedens“ genannt, „hat die Sklaverei abgeschafft, Frauenrechte gestärkt, mehrere portugiesische Kolonialisierungsversuche abgewehrt und schließlich einen Friedensvertrag mit den Portugiesen ausgehandelt. So blieb die Insel weitestgehend von der Kolonialherrschaft verschont. Und die Königin wurde zur Heldin, zum Rollenvorbild für Generationen.“

Niemand will alt werden/sein, aber lange leben

„Heute ist es ein Skandal, wenn man so aussieht, wie man alt ist. Und deshalb sind die Wechseljahre der Frau, aber auch die des Mannes – die Andropause – so ein gigantisches Tabu“, sagt Voss einmal im Stück. Wobei, so neu ist das Phänomen nicht, denn schon Johann Nepomuk Nestroy wird folgendes Zitat zugeschrieben: „Ja, lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.“ In verkürzter Form steht es an der Fassade des Senior:innen-Wohnheims am Kabelwerk (Wien-Meidling).

Schriftstellerinnen über „wechselhafte Jahre“

Übrigens erscheint in einem Monat das Buch „Wechselhafte Jahre – Schriftstellerinnen übers Älterwerden“, herausgegeben von Bettina Balàka mit Teten u.a. von Marlene Streeruwitz, Katja Oskamp, Barbara Frischmuth, Sabine Scholl, Zdenka Becker, Renate Welsh und der Herausgeberin selber (Leykam Verlag).

KiJUKU, 17.1.2023


Wechseljahre für Anfängerinnen
Grischka Voss’ Soloperformance über die Menopause in der Drachengasse.

Die Wechseljahre sind ein so einschneidendes Erlebnis wie die Pubertät. Während es unzählige Coming-of-Age-Filme, Bücher und Dramen gibt, wird hingegen die Zeitspanne, in der Frauen aus den Rhythmen und Rollen heraustreten, die bis dahin ihr Leben bestimmt haben, kaum zum künstlerischen Sujet erhoben. Hier besteht Nachholbedarf.

Das Performancekollektiv She She Pop brachte 2020 "Hexploitation" heraus, in dem der eigene Körper zum Ausgangspunkt für gesellschaftliche Diskurse rund um das Älterwerden wurde. Ähnlich geht nun auch die Schauspielerin Grischka Voss in ihrer Soloperformance "F*ing Hot!" im Theater Drachengasse an die Sache heran. Zu den Höhepunkten der 90-minütigen Aufführung gehört es, wenn Voss nah bei ihren eigenen Erfahrungen bleibt und auf überaus komödiantische Weise zur Schau stellt, dass es gerade gar nicht komisch ist, sie selbst zu sein. Stichwort: Hitzewallungen und Stimmungswechsel.

Auch Witze über das Älterwerden erlaubt sich Voss: Was ist schlimmer, als eine Frau in den Wechseljahren? Zwei Frauen in den Wechseljahren.

Wiener Zeitung, 18.1.2023


Spielplan Januar 2022