Einfach radikal
Das Finale

Bar&Co
Premiere am 9. Mai 2022
weitere Vorstellungen 12. - 14., 18. - 21. sowie 24., 25., 27. und 28. Mai 2022
Vorstellungsbeginn: 19.30 Uhr
Tickets gibt es hier: tickets.drachengasse.at































Vier Projekte von je 20 Minuten sind im Finale.

Im Rahmen der 14. Ausgabe des Nachwuchswettbewerbs des Theater Drachengasse nahmen bis zur Abgabefrist am 3. November 2021 insgesamt 218 Theatermacher*innen die Chance wahr und reichten 71 Projekte ein. Aus den Einreichungen wurden vier Projekte ausgewählt. Die Regisseurin Karin Koller steht den Teams als Dramaturgin und Coach zur Verfügung.

Ab 9. Mai 2022 werden nun bis 28. Mai an jedem Abend der 12-tägigen Spielserie die vier ausgewählten Kurzstücke nacheinander aufgeführt. Am letzten Spieltag werden nach der Vorstellung die zwei Sieger*innenprojekte des Wettbewerbs bekannt gegeben, die über Publikumsabstimmung und Juryentscheid ermittelt werden.
Die Gewinner*innen des Publikumspreises erhalten 1.000 Euro. Der Jurypreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Theater Drachengasse zur Verfügung gestellt, um das gekürte Sieger*innenprojekt für die Aufführung in der folgenden Saison weiter
auszuarbeiten.

Die Jury:
Johanna Figl, Kuratorin der Stadt Wien
Anna Laner, freie Regisseurin; Dramaturgin Kosmos Theater Wien
Ingrid Lang, Leiterin Theater Nestroyhof/Hamakom Wien
 

Die Finalist*innen

ES WAR EIN BLUTIGES WOCHENENDE IN ÖSTERREICH

Rosenkrieg! Ehekrach! Ehrenmord! Mordalarm! Tragische Einzelfälle, so weit das Auge reicht. System steckt auf keinen Fall dahinter. Mord muss verdaulich bleiben, ist das Gebot der Stunde. Und unterhaltsam noch dazu, um gut die kurze U-Bahn-Fahrt zu überbrücken. Danach verschwinden Information und Tat im Alltag, genauso wie die liegen gelassene Zeitung. Die Bühne hält drei Frauen gefangen in einer nicht enden wollenden Nachrichtensendung namens Österreich, die wieder und wieder Tragödien ausspuckt. Aber was, wenn sich die Medien irren? Das Stück stellt sich gegen die Verklärung von Femiziden zu Einzelschicksalen. Es gilt, die Taten und ihre Hintergründe wieder glaubwürdiger zu machen als ihre abgeschmackten Abziehbilder.

Ein Projekt von Coco Brell, Michelle Friesacher, Rafael Hofmann, Benita Holzhammer, Hanna Holzner, Emma Krahnstoever, Madita Mönch und Emma Schaub

HELENA ODER: STAY SAFE AND STAY SORRY

Als Helena von einer Kreuzfahrt mit ihrem Lover Paris zurückkehrt, findet sie sich in Menelaos‘ Dachgeschosswohnung wieder. Sie hat etwas mitangesehen, was sich nicht mehr vergessen lässt. Aber darüber will sie nicht sprechen. Lieber hört sie den Waschbären zu, die sich unter dem Dach eingenistet haben. Während Menelaos versucht, zu Helena durchzudringen, die Liebe zu retten, wird Helena immer weniger. Wie kann sie sich überhaupt noch zu ihrer Position verhalten, während draußen die Waschbären den Sumpfschildkröten die Beine abbeißen und gegenüber jemand ihren Namen sprayt?
In HELENA ODER: STAY SAFE AND STAY SORRY geht es darum, was es heißt, als privilegierte Person in einem privilegierten Land mit jeder Handlung an Gewaltkreisläufen teilzunehmen. Was passiert, wenn sich die ausgelagerten Schäden nicht länger verdrängen lassen?
Selma Matters Stück ist im Austausch mit den Regisseurinnen Olivia Scheucher und Lily Kuhlmann entstanden, die am Theater Drachengasse in Co-Regie arbeiten werden.

Ein Projekt von Kaja Busch, Zuzana Cuker, Pilar Borower, Lily Kuhlmann, Selma Matter, Katharina Rose und Olivia Scheucher

POLAR

Eine Strafkolonie auf einem Gletscher, fernab der Zivilisation. Eine Zelle, ein Fenster, drei Gefangene: Warren, Salty, Sid.

Die Präsidentinnen haben sich geeinigt. Die Frösche verlassen die Teiche und können die Straße nicht überqueren. Inflationstechnisch ist keine Besserung in Sicht. In Kamtschatka wird eine neue Energiequelle entdeckt und als gefährlich befunden. Tiere besiedeln die unzulänglichen Gebiete. Unser Dank gilt den Nichtrauchern. Manchen Krebs kann man heilen. Irgendwo dort pflückt ein Mädchen eine Gänseblume. Auch Markus findet nicht mehr heim.

Außerdem: Ein Lautsprecher, diverse Pipelines – und ein Goldschatz. Wer wird ihn überleben, den Ritt durch die eisige Prärie?
Es wird kälter, es wird wärmer, es wird kälter. Aber nun: Musik.

Ein Projekt von Eren Kavukoğlu, Pablo Lawall, Magdalena Lermer, Selma Lindgren, Luc Schneider, Ivana Sokola und Jona Spreter

SORRY, NOCHMAL – REISE ZUM GRUND DER SCHAM

Alle müssen sich immer schämen, selbst Schauspieler*innen, die sich doch eigentlich für gar nichts schämen sollten. Doch gerade sie haben damit zu kämpfen, besonders auf der Bühne und in Momenten, in denen sie sich eigentlich überhaupt nicht schämen dürften.
Die vier Performer*innen von SORRY, NOCHMAL haben sich auf eine Recherchereise begeben, um die Scham endlich hinter sich zu lassen. Zwischen persönlichen Geständnissen, der Genugtuung des Voyeurismus und des öffentlichen Shamings,
zwischen Guilty Pleasure und ernsthaften Schuldgefühlen versuchen sie zu ergründen:
Woher stammt dieses diffuse Gefühl, dieser unkontrollierbare Affekt, der eine*n am liebsten im Boden versinken lassen würde? Ist das Schämen ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Miteinanders oder müssen wir uns von der Scham befreien?

Ein Projekt von Natalie Baudy, Hanna Binder, Jakob Egger, Alexander Gerlini, Rosanna König und David Moser

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