Theater Drachengasse  Bar&Co
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Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!

Uraufführung
Eine Koproduktion mit Theater Drachengasse

Bar&Co
9. – 21. Oktober 2017, Di-Sa um 20 Uhr

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Foto: Marcella Ruiz Cruz

 
Foto: Marcella Ruiz Cruz  





















Lieber Bonnie,

Es ist ja so. Wir haben lange gewartet und waren geduldig. Wir sind joggen gegangen. Wir haben uns gesund ernährt. Wir haben unsere Körper auf Vordermann gebracht. Wir haben eine Ausbildung gemacht, haben studiert und sind gereist. Wir haben lange Gespräche geführt, haben Interesse an vielen Dingen entwickelt, haben Sprachen gelernt und gelernt wie wir uns anziehen müssen, damit wir nach etwas aussehen. Wir haben in uns und unsere Leben viel Zeit und Geld investiert, damit wir damit etwas anfangen können. Und jetzt ist all das in Gefahr, weil es etwa Probleme gibt? Woher wir das wissen? Aus dem Internet! Dort sagen das nahezu alle. Es stünde schlecht um uns und man müsse etwas unternehmen. Das sagen auch nahezu alle. Das ist nicht fair. Darauf hat man uns nicht vorbereitet. Und außerdem fehlen uns dazu die Informationen und die finanziellen Mittel. Was machen wir denn jetzt. Wie du weißt, bin ich Schriftstellerin und arbeite im Einzelhandel und da bleibt mir wenig Zeit mich noch um anderes zu kümmern. Und so geht es fast allen. Gut. Nicht jeder arbeitet im Einzelhandel, aber nahezu jeder ist Schriftsteller*in geworden und da braucht man viel Zeit für sich. Bonnie, ich weiß. Uns geht es ja gut. Wir haben Arbeit, die Landschaft ist toll, das Klima auch, wir tragen tolle Kleider, alles i.O. Noch! Weißt du, ich habe einfach Angst, dass wir es nicht hinbekommen. Dass alles vergebens war. Dass wir nicht den Ruhm ernten, den wir verdienen, sondern stattdessen einfach immer so weiter machen, weiter unsere Kleider kaufen und gesunde Dinge essen und dann einfach verschwinden und als die größten Witzfiguren in die Geschichte eingehen werden. Davor habe ich eine verdammte, begründete Angst!

In Liebe, den Tränen nahe, deine Bonnie!

P.S.: Ich habe jedes einzelne Gespräch mit Dir genossen. Auch wenn uns kein einziges weitergebracht hat.

Theatrales Panoptikum zur Beforschung von zwischenmenschlichen Prozessen in Bezug auf Haben, Wollen, Sein und Müssen.  Im Generellen geht es um den Menschen, im Speziellen auch. Es herrsche Gerechtigkeit, möge auch die Welt darüber zugrunde gehen!
 

Inszenierung: Korbinian Schmidt, Franz-Xaver Mayr
Dramaturgie: Moritz von Schurer
Video: Nela Pichl
Maske: Inge Schra
Regieassistenz: Sarah Maringer
Bühnenbildassistenz: Johanna Mitulla
Es spielen: Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz, Amerlingchor

Nach Die großen Kinder unserer Zeit ist Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid! die zweite Arbeit der Jurypreis-Gewinner*innen des Nachwuchswettbewerbs 2016 im Theater Drachengasse.
Franz-Xaver Mayr ist aktuell für den NESTROY Preis 2017 nominiert.

Das Projekt wird gefördert durch die Kulturabteilung des Magistrats der Stadt Wien.


  Foto: Marcella Ruiz Cruz
  Foto: Marcella Ruiz Cruz

 

http://www.amerlingchor.at/

 

Bonnie und Kleid sind für "Gerechtigkeit"

Wenn der aktuell Nestroy-nominierte Regisseur Franz-Xaver Mayr mit Korbinian Schmidt Abende entwickelt, scheitert jede seriöse Beschreibung. "Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid!" heißt ihr neues nihilistisches Meta-Kuriosum über die Leere von Begriffen wie „Gerechtigkeit“. Drei Wesen – sie heißen Bonnie und tragen ein Kleid – führen in atemlosen Dialogen und Chorpassagen Rhetorik ad absurdum. Nehle Breer, Karola Niederhuber und neu im Team Nils Rovira-Muñoz (vormals Volkstheater) sind in ihrer pompösen Gewandung und Mimik so kolossal anzusehen wie in ihrer Sprachkritik anzuhören. Ein Faschingsgesangschor und eine Art blinder Justitia-Roboter fetten die hippe Gänsefüßchenpoesie auf. Motto: Wenn schon alles sinnlos ist, darf es doch wenigstens Spaß machen. Und das macht es.

falter.at, 17.10.2017

"Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett ...": Das Gespenst der Gerechtigkeit

Uraufführung in der Drachengasse "Oh nein – eine Allegorie!" Gerade noch fragte sich Bonnie, was denn nun Gerechtigkeit sei, schon steht diese mit langem blondem Haar, hautfarbenem Turnanzug und Fistelstimme auf der Bühne. Das grell gewandete Trio (Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz) – unisono als Bonnie auftretend und sprechend – redet sich in Rage, zittert vor Wut, bis die verkrampften Grimassen ob der sich einstellenden Müdigkeit in einer Art Robo-Dance zu den Klängen der Elektropopband The Knife mündet. Die Uraufführung Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid! im Theater Drachengasse dekliniert in irrwitzig schnellen Monologen einmal das gesamte Bobo-Vokabular durch und will dabei auch noch omnipräsente Wahlslogans aufs Korn nehmen. Das ist zwar unterhaltsam, doch werden die Klischees so weit überspitzt ("gute Literatur, sehr gute Heilpraktiker und vegane Fleischhauer"), dass sich im hippen, studierten Publikum dann doch niemand angesprochen fühlen muss. Man ahnt, dass die Gerechtigkeit irgendwie mit dem eigenen Lifestyle zu tun haben könnte – aber "das Thema ist dann doch umfangreicher, als ich dachte". (heka, 16.10.2017) - derstandard.at/2000066119710/Arme-Gerechtigkeit-liegst-im-Bett-Das-Gespenst-der-GerechtigkeitUraufführung in der Drachengasse "Oh nein – eine Allegorie!" Gerade noch fragte sich Bonnie, was denn nun Gerechtigkeit sei, schon steht diese mit langem blondem Haar, hautfarbenem Turnanzug und Fistelstimme auf der Bühne. Das grell gewandete Trio (Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz) – unisono als Bonnie auftretend und sprechend – redet sich in Rage, zittert vor Wut, bis die verkrampften Grimassen ob der sich einstellenden Müdigkeit in einer Art Robo-Dance zu den Klängen der Elektropopband The Knife mündet. Die Uraufführung Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid! im Theater Drachengasse dekliniert in irrwitzig schnellen Monologen einmal das gesamte Bobo-Vokabular durch und will dabei auch noch omnipräsente Wahlslogans aufs Korn nehmen. Das ist zwar unterhaltsam, doch werden die Klischees so weit überspitzt ("gute Literatur, sehr gute Heilpraktiker und vegane Fleischhauer"), dass sich im hippen, studierten Publikum dann doch niemand angesprochen fühlen muss. Man ahnt, dass die Gerechtigkeit irgendwie mit dem eigenen Lifestyle zu tun haben könnte – aber "das Thema ist dann doch umfangreicher, als ich dachte". (heka, 16.10.2017) - derstandard.at/2000066119710/Arme-Gerechtigkeit-liegst-im-Bett-Das-Gespenst-der-GerechtigkeitUraufführung in der Drachengasse "Oh nein – eine Allegorie!" Gerade noch fragte sich Bonnie, was denn nun Gerechtigkeit sei, schon steht diese mit langem blondem Haar, hautfarbenem Turnanzug und Fistelstimme auf der Bühne. Das grell gewandete Trio (Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz) – unisono als Bonnie auftretend und sprechend – redet sich in Rage, zittert vor Wut, bis die verkrampften Grimassen ob der sich einstellenden Müdigkeit in einer Art Robo-Dance zu den Klängen der Elektropopband The Knife mündet. Die Uraufführung Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid! im Theater Drachengasse dekliniert in irrwitzig schnellen Monologen einmal das gesamte Bobo-Vokabular durch und will dabei auch noch omnipräsente Wahlslogans aufs Korn nehmen. Das ist zwar unterhaltsam, doch werden die Klischees so weit überspitzt ("gute Literatur, sehr gute Heilpraktiker und vegane Fleischhauer"), dass sich im hippen, studierten Publikum dann doch niemand angesprochen fühlen muss. Man ahnt, dass die Gerechtigkeit irgendwie mit dem eigenen Lifestyle zu tun haben könnte – aber "das Thema ist dann doch umfangreicher, als ich dachte". (heka, 16.10.2017) - derstandard.at/2000066119710/Arme-Gerechtigkeit-liegst-im-Bett-Das-Gespenst-der-GerechtigkeitUraufführung in der Drachengasse "Oh nein – eine Allegorie!" Gerade noch fragte sich Bonnie, was denn nun Gerechtigkeit sei, schon steht diese mit langem blondem Haar, hautfarbenem Turnanzug und Fistelstimme auf der Bühne. Das grell gewandete Trio (Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz) – unisono als Bonnie auftretend und sprechend – redet sich in Rage, zittert vor Wut, bis die verkrampften Grimassen ob der sich einstellenden Müdigkeit in einer Art Robo-Dance zu den Klängen der Elektropopband The Knife mündet. Die Uraufführung Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid! im Theater Drachengasse dekliniert in irrwitzig schnellen Monologen einmal das gesamte Bobo-Vokabular durch und will dabei auch noch omnipräsente Wahlslogans aufs Korn nehmen. Das ist zwar unterhaltsam, doch werden die Klischees so weit überspitzt ("gute Literatur, sehr gute Heilpraktiker und vegane Fleischhauer"), dass sich im hippen, studierten Publikum dann doch niemand angesprochen fühlen muss. Man ahnt, dass die Gerechtigkeit irgendwie mit dem eigenen Lifestyle zu tun haben könnte – aber "das Thema ist dann doch umfangreicher, als ich dachte". (heka, 16.10.2017) - derstandard.at/2000066119710/Arme-Gerechtigkeit-liegst-im-Bett-Das-Gespenst-der-GerechtigkeitUraufführung in der Drachengasse "Oh nein – eine Allegorie!" Gerade noch fragte sich Bonnie, was denn nun Gerechtigkeit sei, schon steht diese mit langem blondem Haar, hautfarbenem Turnanzug und Fistelstimme auf der Bühne. Das grell gewandete Trio (Nehle Breer, Karola Niederhuber, Nils Rovira-Muñoz) – unisono als Bonnie auftretend und sprechend – redet sich in Rage, zittert vor Wut, bis die verkrampften Grimassen ob der sich einstellenden Müdigkeit in einer Art Robo-Dance zu den Klängen der Elektropopband The Knife mündet. Die Uraufführung Arme Gerechtigkeit, liegst im Bett und hast kein Kleid! im Theater Drachengasse dekliniert in irrwitzig schnellen Monologen einmal das gesamte Bobo-Vokabular durch und will dabei auch noch omnipräsente Wahlslogans aufs Korn nehmen. Das ist zwar unterhaltsam, doch werden die Klischees so weit überspitzt ("gute Literatur, sehr gute Heilpraktiker und vegane Fleischhauer"), dass sich im hippen, studierten Publikum dann doch niemand angesprochen fühlen muss. Man ahnt, dass die Gerechtigkeit irgendwie mit dem eigenen Lifestyle zu tun haben könnte – aber "das Thema ist dann doch umfangreicher, als ich dachte".

derstandard.at, 16.10.2017

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