Theater Drachengasse  Bar&Co
AKTUELLE PRODUKTIONEN
Back after popular demand!
vienna theatre project presents
The Who & The What
by Ayad Akhtar

Bar&Co
24. – 29. April 2017, Di-Sa um 20 Uhr

 

Foto: Thomas Schluet / Ine Gundersveen

 
Foto: Thomas Schluet / Ine Gundersveen  




















„A breathtaking case study about the collapse of outdated views of the world. Director Joanna Godwin-Seidl succeeds in presenting a King Lear drama in living-room format." "(Der Standard)

„Phenomenal presentation of explosive topics." (Kurier)

„The dialogue sets a cracking pace, living up to the piping expectations.“ (Metropole)

From Ayad Akhtar, the Pulitzer Prize-winning writer of Disgraced and The Invisible Hand, comes a thrillingly fierce and funny new play about identity, religion and the contradictions that make us who we are. Zarina, has written a daring manuscript and it’s about to set her life on fire. The Who & The What cleverly examines the chasm between our traditions and our contemporary lives.

Direction: Joanna Godwin-Seidl
Starring: Saman Giraud, Harmage Singh Kalirai, Dave Moskin, Denise Teipel
Licence: Dramatist Play Service Inc. New York

Das Projekt wird gefördert durch die Kulturabteilung des Magistrats der Stadt Wien.


  Foto: Thomas Schluet / Ine Gundersveen
  Foto: Thomas Schluet / Ine Gundersveen

 

http://www.viennatheatreproject.com

 

"The Who and the What":
Ödipus und andere Pakistaner

Ayad Akhtar im Theater Drachengasse

Wien – Wann immer die Sprache auf das multikulturelle Zusammenleben kommt: Die witzigsten Sätze und Szenen zum Thema steuert, schwarzhumorig und dabei verlässlich wie eine Schweizer Uhr, der US-pakistanische Autor Ayad Akhtar (36) bei. Geächtet, die Geschichte vom Höllensturz eines New Yorker Anwalts, der aus seiner muslimischen Haut nicht herauskann, läuft mit großem Erfolg in der Wiener Burg und am Grazer Schauspiel.

Die Tragikomödie The Who and the What (2014) steht dem Kassenschlager Disgraced in nichts nach. Wiederum wird das Schicksal pakistanischer Zuwanderer in den USA verhandelt. Wieder geraten sich die Angehörigen einer ethnischen Minderheit in die Haare, schmelzen die sorgfältig gehüteten Glaubensinhalte im Licht der Aufklärung dahin. Ein aus Pakistan gebürtiger Taxiunternehmer namens Afzal wacht mit strengem Auge über das Heranreifen seiner beiden Töchter. Als untröstlicher Witwer und strenggläubiger Muslim nimmt er sich das selbstverständliche Recht heraus, über ihr sexuelles – sprich: eheliches – Wohlergehen zu bestimmen.

Funkelnder Dialogwitz

Wer die atemberaubende Fallstudie über das Kollabieren überkommener Weltanschauungen sehen möchte, kann entweder nach Hamburg reisen, ins Deutsche Schauspielhaus (Der Standard berichtete). Oder man besucht das Theater Drachengasse, in dessen Bar das rührige Vienna theatre project eine englischsprachige Aufführung von The Who and the What abliefert. Wieder findet man alle Akhtar-Ingredienzien auf sehr engem Raum versammelt. Eine Dialogführung, deren funkelnder Witz ganze Jahrgänge deutscher Stückepreis-Empfänger in den Schatten stellt. Frauenfiguren wie Zarina (Saman Giraud), die als intellektuelle Höchstbegabung über die Rolle des Propheten Mohammed nachsinnt. Die über diesen ein Buch schreibt, dessen Inhalt der Vater (Harmage Singh Kalirai) als blasphemisch empfindet.

Regisseurin Joanna Godwin-Seidl gelingt ein König-Lear-Drama im Wohnküchenformat. In diesem erklären Musliminnen ihren rechtgläubigen Verehrern engelsgeduldig die Funktionsweise des Ödipus-Komplexes, nur um sich ein paar Sätze später als Hörerinnen von Jeff Buckley zu deklarieren. Die Antwort? "Halleluja!" Was natürlich schon deshalb witzig ist, weil Buckley die definitive Version von Leonard Cohens Hallelujah eingesungen hat.

Rauschender Premierenjubel für ein feines Kammerspiel vor blassgrüner Wand. Man sollte Akhtar-Aufführungen nehmen, wo man sie bekommt.

der Standard, 14.2.2017

Familienärger um eine Mohammed-Biographie

Akhtars "The Who and the What" in Wien

Ein Theaterstück, das eine ernsthafte Diskussion über Religion und Dogmen zulässt, noch dazu mit liebenswerten Charakteren und heiteren Tönen? Das ist "The Who and the What" von Ayad Akhtar, das der Verein "vienna theatre project" im Theater Drachengasse unter der Regie von Joanna Godwin-Seidl im englischen Original und mit motivierten SchauspielerInnen auf die Bühne bringt. Akhtar, der in New York aufgewachsen ist, gilt als gefeierter Dramatiker: Für sein Stück "Geächtet", in dem es um Islamophobie und die Identitätsfrage von muslimischen US-Amerikanern geht, erhielt er den Pulitzer Theaterpreis. Derzeit ist es im Burgtheater zu sehen.

Auch "The Who and the What" handelt von muslimischen Traditionen. Doch das Stück über Identität, Familie und die Widersprüche zwischen individuellen Entfaltung und religiösen Dogmen könnte auch in einem streng katholischen oder orthdoxen jüdischen Haushalt spielen: Die Schriftstellerin Zarina (Saman Giraud) sieht, anders als ihre Schwester (Sina Pirouz), die muslimischen Vorschriften kritisch, denen sich ihr Vater (Harmage Singh Kalirai) verpflichtet fühlt. Dieser sucht für sie auf einer muslimischen Dating-App den passenden Ehemann und trifft sich vorsorglich mit dem Anwärter Eli (Dave Moskin), um ihn auf seine Integrität abzuklopfen.

Als Zarina das Manuskript zu ihrem Buch "The Who and the What" über den Propheten Mohammed fertig stellt und dieses ihrem Vater in die Hände fällt, ist Feuer am Dach.

Grandiose Darstellung brisanter Themen.

Kurier, 21.2.2017

Wir sind doch alle nur Menschen!

Nach Jahren der Blockade schreibt sich der New Yorker Ayad Akhtar gerade sieben Texte über das Leben als Muslim von der Seele. Seine Stücke ("Geächtet" läuft im Burgtheater) zeigt in Wien stets zuerst Joanna Godwin-Seidls Vienna Theatre Project auf engstem Raum. Auch das neueste "The Who and the What", ist ein spannender Einblick in die Muslim-American-Seele: Zarina arbeitet an einem Buch, das den Propheten Mohammed als Menschen zeigt. Ihr Vater Afzal verkuppelt sie indes mit dem Konvertiten Eli. Solide Inszenierung eines exzellent geschriebenen Familiendramas - freilich geht es streckenweise ein bisschen überdramatisch zu. Starke Leistungen bieten Saman Giraud als Zarina und Harmage Singh Kalirai als Afzal.

Falter, 22.2.2017

Drucken Drucken
zurück zurück