Theater Drachengasse  Bar&Co
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Der öffentliche Raum

von Ulrike Syha
Uraufführung, Eigenproduktion Theater Drachengasse

Theater Drachengasse
2. – 28. März 2020
Di-Sa um 20 Uhr


Theaterangebot SEITENWECHSEL

Die Gesellschaft ist gespalten, so wie die Bühne, die in Ulrike Syhas Stück zweigeteilt ist und mit ihr das Publikum, das jeweils nur eine Hälfte des Ganzen sieht.
Wollen Sie das Stück von beiden Seiten sehen?
Sie erhalten beim Vorzeigen der 1. Eintrittskarte eine 2. Eintrittskarte um € 9,50. Reservierung erforderlich!

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Foto: Nela-Valentina Pichl

 
Foto: Nela-Valentina Pichl  






















Bitte bewahren Sie Ruhe. Die Lage ist stabil.

Eine Frau, ein Mann, seine Tochter aus erster Ehe.
Ein Land, das sich gerade daran gewöhnt, in so gut wie allen Fragen gespalten zu sein.

Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis, konstatiert der Mann eines Tages und beginnt, das gemeinsame Haus in eine Festung zu verwandeln. Leben muss doch irgendwie kontrollierbar sein. Bei der eigenen Karriere hat das schließlich schon ganz gut geklappt: Die Mitgliedschaft in einem elitären Anwaltszirkel beginnt sich auszuzahlen, auch wenn dabei so manche linksliberale Überzeugung auf der Strecke bleibt.

Seine Frau dagegen ist derzeit von der Arbeit suspendiert – warum, möchte sie der Familie lieber nicht mitteilen. Nachts attackiert sie fremde Menschen in Internetforen, tagsüber folgt sie anderen durch die Stadt. Sie trifft Nörgler, Ja-Sager, Nein-Sager und Ja-aber-Sager, Anarchos, Klima-Aktivisten, Rassisten und Utopisten –  vor allem dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Bis sie plötzlich merkt, dass auch ihr jemand folgt.
Und dann meldet sich auch noch ein Hacker zu Wort.

Regie: Sandra Schüddekopf
Bühne, Kostüme: Andrea Fischer
Video: Nela-Valentina Pichl
Musik, technischer Firlefanz, Sounddesign: Rupert Derschmidt
Regieassistenz: Juliane Aixner
Es spielen: Zeynep Buyraç, Thomas Kamper, Ylva Maj, Sebastian Thiers, Alexandra Maria Timmel

Rechte bei Rowohlt Theaterverlag Hamburg

Hörbeispiel



  Foto: Nela-Valentina Pichl
  Foto: Nela-Valentina Pichl

 

Ulrike Syha

 

Ulrike Syha gewinnt mit ihrem Theaterstück »Der öffentliche Raum« den Hamburger Literaturpreis 2019

»DER ÖFFENTLICHE RAUM porträtiert eine Stadtgesellschaft, die in vielen Fragen gespalten ist. Die Fronten scheinen sich immer weiter zu verhärten. Gräben tun sich auf zwischen denen, die Sicherheit für das höchste Gut halten, und denen, die in dieser Tendenz eine gefährliche Militarisierung ihres privaten und öffentlichen Lebens sehen, eine Ausgrenzung anderer.«

Laudatio

»Wer ist das eigentlich, diese Öffentlichkeit?«, lässt die Dramatikerin Ulrike Syha eine ihrer Figuren sagen, »und warum bitte ist sie so verdammt empfindlich?« Syhas Theaterstück »Der öffentliche Raum« fordert eine besondere Bühnenaufteilung: eine Wand in der Mitte, die Zuschauer sollen jeweils nur einen Teil des Geschehens sehen können. Eine Regieanweisung, die sofort klar macht, worum es in diesem Text geht: um eine gespaltene Gesellschaft, um eine Debatte, die sich immer mehr auf zwei Fronten zuspitzt und in der die eine Seite die Position der anderen gar nicht mehr sehen kann oder will. In Syhas Stück zieht sich diese trennende Wand sogar durch eine Familie: Der Mann wurde Zeuge eines Überfalls auf einen Linienbus und verrennt sich seitdem in einem paranoiden Sicherheitsbedürfnis, seine Frau ist frustriert von der Wirkungslosigkeit ihrer interkulturellen Arbeit für eine Stiftung und trollt deshalb in Internetforum herum, die pubertierende Tochter ist derweil auf der Klima-Demo. Die Jury findet: ein originell umgesetzter und vor allem höchst aktueller Stoff, der die großen Fragen nach den Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens im konkreten wie auch im virtuellen öffentlichen Raum behandelt und zeichnet Ulrike Syha deshalb mit dem Hamburger Literaturpreis 2019 in der Kategorie Lyrik, Drama und Experimentelles aus. Judith Liere

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