Theater Drachengasse  Bar&Co
AKTUELLE PRODUKTIONEN


Bulletproof

von Grischka Voss
Uraufführung, Eigenproduktion Theater Drachengasse

Theater Drachengasse
13. Jänner – 8. Februar 2020
Di-Sa um 20 Uhr
Die Vorstellungen am 13., 14., 15., 16., 17., 18., 21., 22., 23., 24. und 25. Jänner sind ausreserviert. Bitte wählen Sie andere Termine oder lassen Sie sich telefonisch auf die Warteliste für nicht abgeholte Karten setzen: 01/513 14 44

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Foto: Andreas Friess

 
Foto: Andreas Friess  





















Ich liebe meine Lust.

Bulletproof ist die Geschichte von Amanda, einem weiblichen Freigeist.
Sie ist präpotent, konsumiert Sex wie andere Kaffee oder Alkohol und liebt es, mit offener Lederjacke und nacktem Oberkörper vor ihren Lovern auf und ab zu stolzieren. Angst vor dem Alter kennt sie nicht, es gibt immer noch Ältere.
Amanda nennt die Dinge beim Namen und spricht hemmungslos, frech und witzig über ihre Lust, weibliche Körperflüssigkeiten oder Selbstbefriedigung und räumt auf mit weiblichen Klischeebildern.
Bulletproof ist aber auch die Geschichte einer Frau, auf der schmerzlichen Suche nach der Liebe zu sich selbst.
Eine offensive Ein-Frau-Performance von und mit Grischka Voss.

Regie: Kristina Bangert, Grischka Voss
Bühne, Kostüme: Ágnes Hamvas
Musik: Lonesome Andi Haller
Choreografie: Peter Beil
Regieassistenz: Olivia Poppe
Es spielt: Grischka Voss


Hörbeispiel


  Foto: Andreas Friess
  Foto: Andreas Friess

 

Grischka Voss

 

Exhibitonistische Lust-Show: Ab durch die Vagina

Grischka Voss erkundet die weibliche Sexualität im Theater Drachengasse."Bulletproof", so der Titel des Soloabends von Grischka Voss, dessen Text die Schauspielerin, Tänzerin und Autorin aus eigenen Erfahrungen und mithilfe von kulturgeschichtlichem Recherchematerial zusammengestellt hat. "Bulletproof", also "kugelsicher", das sind vor allem sie: die Klischees rund um weibliche Sexualität, weibliches Begehren und das weibliche Geschlecht. Gemeint sind hier vor allem Vulva, also Schamlippen und Klitoris, Vagina, aber auch Anus und was es sonst noch zu entdecken gilt in dem weithin unbekannten Land der verdrängten Sehnsüchte.

Voss kreierte für ihre neueste Theaterarbeit ein Alter Ego namens "Amanda". Die körperlich fragile und an Verbalausdrücken umso stärkere, in schwarzes Leder gekleidete Bühnenfigur mag autobiografisch angelegt sein: Die persönlichen Erfahrungen liefern nur den Ausgangspunkt für eine bis in die Urzeit der Menschheit zurückreichende, humorvolle Untersuchung der Stereotype und Vorurteile, mit denen "man" sich im Sexualleben herumschlagen muss.

Voss bleibt dabei konsequent an der Oberfläche, wirft mit Schlagworten und Gemeinplätzen nur so um sich und hantelt sich lustvoll die ganze "Tonleiter der Vagina entlang". Das Thema Missbrauch verpackt sie in einen zentralen Song des Abends, der eine der wenigen szenischen Zäsuren darstellt, zu denen auch zwei choreografische Einlagen gehören, die die Atemlosigkeit der knapp zweistündigen exhibitionistischen Lust-Show für wenige, dafür umso verletzlichere Minuten unterbrechen.

Wiener Zeitung, 14.1.2020

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