Theater Drachengasse  Bar&Co
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Meine Nase läuft
Deine Stars hautnah
Jurypreis des Nachwuchs-Wettbewerbes 2015

Uraufführung
Koproduktion: Technocandy und Theater Drachengasse

Bar&Co
25. April – 7. Mai 2016
Di-Sa um 20 Uhr

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© Barbara Palffy

 
© Barbara Palffy  


















 

warum bist du unglücklich?
mach was dagegen
zahl es den leuten heim, die dich unglücklich machen

Die militante Menschengruppe Johanna Mikki-Leiter, HC Sprache und Philip Rouge ist untergetaucht. Im Liebescamp der Nationalstars reflektieren sie über ihr Leben und Wirken. Das Herz haben sie am rechten Fleck, aber hilft ihnen das, den rachsüchtigen ApokalyptikerIinnen zu entkommen?
#spannend #aufregend #challenge2016

Hallo liebe Leute,
die Bürgerwehr Wien trifft sich zum ersten mal am nächsten Dienstag
um genau 19 Uhr
in der Gaststätte „Meyers Leberwurst“
am Fleischmarkt in Wien.

An diesem Abend wird Hass mit Hass bekämpft, Blut verspritzt und Liebe ganz groß geschrieben. Musik und festliche Ballons unterstützen das Publikum dabei, diese Erfahrung zu verarbeiten.

ich mag keine opfer
ich mag es, wenn das land geliebt wird
ich liebe und liebe
ich liebe frauen und kinder
wer das land liebt, bleibt dort
wer das land liebt, sammelt müll von den wanderwegen: umweltliebe ist heimatliebe

Von und mit: Banafshe Hourmazdi, Frederik Müller, Golschan Ahmad Haschemi


Trailer:
Meine Nase Läuft - Deine Stars hautnah - bezirk 1
Meine Nase Läuft - Deine Stars hautnah - bezirk 2
Meine Nase Läuft - Deine Stars hautnah - bezirk 3

 

Das Projekt wird gefördert durch die Kulturabteilung des Magistrats der Stadt Wien.

 

Special
Mittwoch, 4. Mai 2016, Beginn 21.30 Uhr, im Anschluss an die Vorstellung:
I Was Born to Make You Happy – a trans feminist journey to utopia
Vorführung des Abschlussfilms von Frederik Müller an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg 2015.

Isolation occurs when normalisation is refused or not possible. Isolation means a certain kind of loneliness in patriarchy, producing different kinds of desperate people and performances. In I Was Born To Make You Happy, the characters refuse both normalisation and isolation. Together they are not alone, and with the help of each other, everything becomes possible. Like witches they are drawn towards each other, and can make their way towards departure. I Was Born To Make You Happy explores a feminist utopian narrative, inspired in its esthetics and content by the life and work of artist Britney Spears.

Englisch/Deutsch mit Untertiteln
Dauer: 45 Minuten, Eintritt frei

Trailer: https://vimeo.com/146404393
Facebook: https://www.facebook.com/I-was-born-to-make-you-happy-1511123342488607/?fref=ts



 


  © Barbara Palffy
  © Barbara Palffy

 

 

"Meine Nase läuft": Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen Michael Wurmitzer26. April 2016, 16:42 posten Technocandy steigern aktuelle Politverhältnisse ins Groteske. Das Theater Drachengasse ist ihre Zentrale Wien – Für alle weniger des urbanen Slangs Kundigen lässt sich "technocandy" mit Ecstasy übersetzen. Wie ein Trip wirkt die Darbietung des gleichnamigen Theaterkollektivs in der Drachengasse in der Tat. Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah heißt das Opus und ist 2015 mit dem Jurypreis aus dem hauseigenen Nachwuchswettbewerb hervorgegangen. Sein Schauplatz ist ein Bürgerinnentreff. Jörg Haider, Sebastian Kurz, Andreas Gabalier und die Lugners grüßen als Wütende und Mauernbauer goldgerahmt von den Wänden. Drei anspielungsreich HC Sprache (Golschan Ahmad Haschemi), Johanna Mikki-Leitner (Banafshe Hourmazdi) und Philip Rouge (Frederik Müller) Genannte verstecken sich hier in rosa Gwandln (feministischer und Queer Content!) als militante Vertreter der politischen und gesellschaftlichen Mitte. Ihr Protest gilt den Lügenmedien und -politikern, den Linksfaschisten und denen, deren Name nicht mehr genannt werden darf: Flüchtlinge. Denn: "Wer aus der Türkei hierherkommt, der flüchtet nicht, der reist." Sehr klug oder bloß grotesk? Was den Abend im Folgenden mittels großzügigen Musikeinsatzes auf eine Stunde streckt, erschließt sich nicht immer. Dicht ist das Anspielungsnetz aus Texten, Bildern und Songs gewoben. Einzelnes offenbart sich als famos. Etwa eine Parodie auf die burschenschaftliche Mensur, in der die drei einander die Oberarme blau schlagen ("Auauauauaustria"). Andere der mal laut und mal leise vorgebrachten Szenen über massentauglichen Nationalismus und rassistische Gefühlswallungen könnten sehr klug sein oder bloß so tun, als ob. Spektakulär jedenfalls ist der Untergang des grotesken Treibens. Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen. Wessen und warum die Nase läuft – man weiß es nicht. Trotzdem ein Stück zur rechten Zeit. (Michael Wurmitzer, 26.4.2016) Theater Drachengasse, bis 7. 5. - derstandard.at/2000035791525/Meine-Nase-laeuft-Das-Blut-der-Rache-fliesst-aus-Sektflaschen"Meine Nase läuft": Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen Michael Wurmitzer26. April 2016, 16:42 posten Technocandy steigern aktuelle Politverhältnisse ins Groteske. Das Theater Drachengasse ist ihre Zentrale Wien – Für alle weniger des urbanen Slangs Kundigen lässt sich "technocandy" mit Ecstasy übersetzen. Wie ein Trip wirkt die Darbietung des gleichnamigen Theaterkollektivs in der Drachengasse in der Tat. Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah heißt das Opus und ist 2015 mit dem Jurypreis aus dem hauseigenen Nachwuchswettbewerb hervorgegangen. Sein Schauplatz ist ein Bürgerinnentreff. Jörg Haider, Sebastian Kurz, Andreas Gabalier und die Lugners grüßen als Wütende und Mauernbauer goldgerahmt von den Wänden. Drei anspielungsreich HC Sprache (Golschan Ahmad Haschemi), Johanna Mikki-Leitner (Banafshe Hourmazdi) und Philip Rouge (Frederik Müller) Genannte verstecken sich hier in rosa Gwandln (feministischer und Queer Content!) als militante Vertreter der politischen und gesellschaftlichen Mitte. Ihr Protest gilt den Lügenmedien und -politikern, den Linksfaschisten und denen, deren Name nicht mehr genannt werden darf: Flüchtlinge. Denn: "Wer aus der Türkei hierherkommt, der flüchtet nicht, der reist." Sehr klug oder bloß grotesk? Was den Abend im Folgenden mittels großzügigen Musikeinsatzes auf eine Stunde streckt, erschließt sich nicht immer. Dicht ist das Anspielungsnetz aus Texten, Bildern und Songs gewoben. Einzelnes offenbart sich als famos. Etwa eine Parodie auf die burschenschaftliche Mensur, in der die drei einander die Oberarme blau schlagen ("Auauauauaustria"). Andere der mal laut und mal leise vorgebrachten Szenen über massentauglichen Nationalismus und rassistische Gefühlswallungen könnten sehr klug sein oder bloß so tun, als ob. Spektakulär jedenfalls ist der Untergang des grotesken Treibens. Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen. Wessen und warum die Nase läuft – man weiß es nicht. Trotzdem ein Stück zur rechten Zeit. (Michael Wurmitzer, 26.4.2016) Theater Drachengasse, bis 7. 5. - derstandard.at/2000035791525/Meine-Nase-laeuft-Das-Blut-der-Rache-fliesst-aus-Sektflaschen"Meine Nase läuft": Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen Michael Wurmitzer26. April 2016, 16:42 posten Technocandy steigern aktuelle Politverhältnisse ins Groteske. Das Theater Drachengasse ist ihre Zentrale Wien – Für alle weniger des urbanen Slangs Kundigen lässt sich "technocandy" mit Ecstasy übersetzen. Wie ein Trip wirkt die Darbietung des gleichnamigen Theaterkollektivs in der Drachengasse in der Tat. Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah heißt das Opus und ist 2015 mit dem Jurypreis aus dem hauseigenen Nachwuchswettbewerb hervorgegangen. Sein Schauplatz ist ein Bürgerinnentreff. Jörg Haider, Sebastian Kurz, Andreas Gabalier und die Lugners grüßen als Wütende und Mauernbauer goldgerahmt von den Wänden. Drei anspielungsreich HC Sprache (Golschan Ahmad Haschemi), Johanna Mikki-Leitner (Banafshe Hourmazdi) und Philip Rouge (Frederik Müller) Genannte verstecken sich hier in rosa Gwandln (feministischer und Queer Content!) als militante Vertreter der politischen und gesellschaftlichen Mitte. Ihr Protest gilt den Lügenmedien und -politikern, den Linksfaschisten und denen, deren Name nicht mehr genannt werden darf: Flüchtlinge. Denn: "Wer aus der Türkei hierherkommt, der flüchtet nicht, der reist." Sehr klug oder bloß grotesk? Was den Abend im Folgenden mittels großzügigen Musikeinsatzes auf eine Stunde streckt, erschließt sich nicht immer. Dicht ist das Anspielungsnetz aus Texten, Bildern und Songs gewoben. Einzelnes offenbart sich als famos. Etwa eine Parodie auf die burschenschaftliche Mensur, in der die drei einander die Oberarme blau schlagen ("Auauauauaustria"). Andere der mal laut und mal leise vorgebrachten Szenen über massentauglichen Nationalismus und rassistische Gefühlswallungen könnten sehr klug sein oder bloß so tun, als ob. Spektakulär jedenfalls ist der Untergang des grotesken Treibens. Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen. Wessen und warum die Nase läuft – man weiß es nicht. Trotzdem ein Stück zur rechten Zeit. (Michael Wurmitzer, 26.4.2016) Theater Drachengasse, bis 7. 5. - derstandard.at/2000035791525/Meine-Nase-laeuft-Das-Blut-der-Rache-fliesst-aus-Sektflaschen"Meine Nase läuft": Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen Michael Wurmitzer26. April 2016, 16:42 posten Technocandy steigern aktuelle Politverhältnisse ins Groteske. Das Theater Drachengasse ist ihre Zentrale Wien – Für alle weniger des urbanen Slangs Kundigen lässt sich "technocandy" mit Ecstasy übersetzen. Wie ein Trip wirkt die Darbietung des gleichnamigen Theaterkollektivs in der Drachengasse in der Tat. Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah heißt das Opus und ist 2015 mit dem Jurypreis aus dem hauseigenen Nachwuchswettbewerb hervorgegangen. Sein Schauplatz ist ein Bürgerinnentreff. Jörg Haider, Sebastian Kurz, Andreas Gabalier und die Lugners grüßen als Wütende und Mauernbauer goldgerahmt von den Wänden. Drei anspielungsreich HC Sprache (Golschan Ahmad Haschemi), Johanna Mikki-Leitner (Banafshe Hourmazdi) und Philip Rouge (Frederik Müller) Genannte verstecken sich hier in rosa Gwandln (feministischer und Queer Content!) als militante Vertreter der politischen und gesellschaftlichen Mitte. Ihr Protest gilt den Lügenmedien und -politikern, den Linksfaschisten und denen, deren Name nicht mehr genannt werden darf: Flüchtlinge. Denn: "Wer aus der Türkei hierherkommt, der flüchtet nicht, der reist." Sehr klug oder bloß grotesk? Was den Abend im Folgenden mittels großzügigen Musikeinsatzes auf eine Stunde streckt, erschließt sich nicht immer. Dicht ist das Anspielungsnetz aus Texten, Bildern und Songs gewoben. Einzelnes offenbart sich als famos. Etwa eine Parodie auf die burschenschaftliche Mensur, in der die drei einander die Oberarme blau schlagen ("Auauauauaustria"). Andere der mal laut und mal leise vorgebrachten Szenen über massentauglichen Nationalismus und rassistische Gefühlswallungen könnten sehr klug sein oder bloß so tun, als ob. Spektakulär jedenfalls ist der Untergang des grotesken Treibens. Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen. Wessen und warum die Nase läuft – man weiß es nicht. Trotzdem ein Stück zur rechten Zeit. (Michael Wurmitzer, 26.4.2016) Theater Drachengasse, bis 7. 5. - derstandard.at/2000035791525/Meine-Nase-laeuft-Das-Blut-der-Rache-fliesst-aus-Sektflaschen"Meine Nase läuft": Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen Michael Wurmitzer

Technocandy steigern aktuelle Politverhältnisse ins Groteske. Das Theater Drachengasse ist ihre Zentrale

Wien – Für alle weniger des urbanen Slangs Kundigen lässt sich "technocandy" mit Ecstasy übersetzen. Wie ein Trip wirkt die Darbietung des gleichnamigen Theaterkollektivs in der Drachengasse in der Tat. Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah heißt das Opus und ist 2015 mit dem Jurypreis aus dem hauseigenen Nachwuchswettbewerb hervorgegangen. Sein Schauplatz ist ein Bürgerinnentreff. Jörg Haider, Sebastian Kurz, Andreas Gabalier und die Lugners grüßen als Wütende und Mauernbauer goldgerahmt von den Wänden. Drei anspielungsreich HC Sprache (Golschan Ahmad Haschemi), Johanna Mikki-Leitner (Banafshe Hourmazdi) und Philip Rouge (Frederik Müller) Genannte verstecken sich hier in rosa Gwandln (feministischer und Queer Content!) als militante Vertreter der politischen und gesellschaftlichen Mitte. Ihr Protest gilt den Lügenmedien und -politikern, den Linksfaschisten und denen, deren Name nicht mehr genannt werden darf: Flüchtlinge. Denn: "Wer aus der Türkei hierherkommt, der flüchtet nicht, der reist."

Sehr klug oder bloß grotesk?

Was den Abend im Folgenden mittels großzügigen Musikeinsatzes auf eine Stunde streckt, erschließt sich nicht immer. Dicht ist das Anspielungsnetz aus Texten, Bildern und Songs gewoben. Einzelnes offenbart sich als famos. Etwa eine Parodie auf die burschenschaftliche Mensur, in der die drei einander die Oberarme blau schlagen ("Auauauauaustria"). Andere der mal laut und mal leise vorgebrachten Szenen über massentauglichen Nationalismus und rassistische Gefühlswallungen könnten sehr klug sein oder bloß so tun, als ob. Spektakulär jedenfalls ist der Untergang des grotesken Treibens. Das Blut der Rache fließt aus Sektflaschen. Wessen und warum die Nase läuft – man weiß es nicht. Trotzdem ein Stück zur rechten Zeit.

Der Standard, 27.4.2016

Mit Humor gegen Hass

Technocandy, ein Trio aus Berlin, montiert Texte Rechtsextremer und gibt sie der Lächerlichkeit Preis - ein Lachen, das auch schon mal im Hals stecken bleibt.

Besser hätte der Zeitpunkt vielleicht gar nicht gewählt werden können. Am Abend nach der ersten Runde der heimischen Bundespräsidentenwahl hatte „Meine Nase läuft“ Premiere im Wiener Theater Drachengasse/Bar & Co. In höchst schräger Manier nimmt das Trio Technocandy aus Berlin die Stimmen selbsternannter besorgter Bürgerinnen und Bürger auseinander. Dabei haben Banafshe Hourmazdi, Frederik Müller und Golshan Ahmad Haschemi den Großteil der Texte aus Originalzitaten sogenannter Bürgerwehren, deren Rundmails bzw. von Rechtsextremen wie Beate Zschäpe (NSU – NationalSozialistischer Untergrund) montiert, teils nur durch ihre Aktionen verfremdet, nicht zuletzt aber durch Bildnisse und manches Namedropping einen Bezug zu Österreich hergestellt.

"Liebe Bürgerwehr..."

Am Beginn stehen auf der Bühne nur ein offenes Partyzelt mit Heurigenbank, ein Karton voller Sektflaschen, ein Akkordeon auf der einen Seite, auf der anderen liegen zwei Gitarren. Musik läuft. Dunkel, Ruhe, aus dem Off ertönt eine Stimme mit der Frage „Warum bist du unglücklich? Mach was dagegen, zahl es den Leuten heim, die dich unglücklich machen. Die militante Menschengruppe Johanna Mikki-Leiter, HC Sprache und Philip Rouge ist untergetaucht. Im Liebescamp der Nationalstars reflektieren sie über ihr Leben und Wirken. Das Herz haben sie am rechten Fleck, aber hilft ihnen das, den rachsüchtigen ApokalyptikerInnen zu entkommen?“

Drei Darsteller_innen in rosa Hosen, Jacken samt Dr. Martens-Stiefeln in derselben Farbe erklimmen die Bühne: „Hallo liebe Leute, die Bürgerwehr Wien trifft sich zum ersten Mal am nächsten Dienstag um genau 19 Uhr in der Gaststätte Meyers Leberwurst am Fleischmarkt in Wien. An diesem Abend wird Hass mit Hass bekämpft, Blut verspritzt und Liebe ganz groß geschrieben. Musik und festliche Ballons unterstützen das Publikum dabei, diese Erfahrung zu verarbeiten.“

Zentrum für politische Schönheit

Goldgerahmte Portraits von Ha-Ce, Jörg, Hanni (die ist offenbar zu spät „abhanden“ gekommen), Andreas Gabalier, Sebastian Kurz, dem bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der ältesten deutschen verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck werden aufgehängt, aber auch von Philipp Ruch. Der gebürtige Dresdner Aktionskünstler ist Mitbegründer des „Zentrums für politische Schönheit“. Meist als feine Anzugträger gekleidet setzt diese Gruppe schräge Aktionen im öffentlichen Raum gegen Hass, Völkermord und für Weltoffenheit.

So manche der Szenen im Stück, dessen Realisierung die Gruppe als Preis beim vorjährigen Nachwuchs-Wettbewerb gewonnen hat,  scheinen von der Philosophie und Auftrittsweise des „Zentrums“ inspiriert zu sein – schräg, unerwartet, vielleicht das eine oder andere Mal auch verwirrend.

Entlarven

Das Trio achtete aber darauf nicht nur einschlägige, eindeutige rechtsextreme Sager aus der genannten Szene aufs Korn zu nehmen, sondern auch so manche alltäglichen, der Spaltung in „wir“ und „die“ Vorschub leistende zu dekonstruieren – von der Lügenpresse bis zu „wo kommst du eigentlich wirklich, ursprünglich usw. her?“

In so mancher Szene bleibt – bewusst intendiert – der eine oder andere Lacher dann doch im Hals stecken.

kurier.at, 25.4.2016

Queerer Ausflug nach Mitte rechts

Die Wut gilt den Linken und der Lügenpresse. In rosaroten Doc Martens und Bomberjacken begibt sich das queere Kollektiv Technocandy als selbsternannte Bürgerwehr Wien auf die Seite der Rechten. "Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah" wurde 2015 beim Theaterwettbewerb in der Drachengasse mit dem Jurypreis ausgezeichnet und wird jetzt in einer abendfüllenden Version gezeigt. An den Wänden hängen gerahmte Bilder von Haider, Strache und Sebastian Kurz. Es werden massenhaft Anspielungen auf die NSU, das Burschenschaftsschlagen und verschiedene Terrorakte gemacht, nicht allem in dieser hyperaktiven Collage aus Wortergüssen, Songs, Videos und Bildern kann man folgen. Trotzdem ein rotzig interessanter, recht witziger Abend.

Der Falter, 5.4.2016

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